Wenn ein Kind ständig krank ist, möchten Eltern wissen, ob das normal ist oder ob das Immunsystem nicht richtig arbeitet. Deutsche Kinderkliniken unterscheiden zunächst die übliche „Kita-Infektanfälligkeit“ von Warnzeichen, die eine Abklärung erfordern, und untersuchen dann je nach Befund Immunsystem, Allergien, Hals-Nasen-Ohren-Bereich und Mangelzustände. Ziel ist es, die Ursache der häufigen Infekte zu finden und einen Behandlungsplan zu erstellen.
Wie oft darf ein Kind krank sein?
Kleine Kinder sind oft krank: Bis zu 8–10 leichte Atemwegsinfekte pro Jahr gelten als normal, im ersten Kita-Jahr bis zu 12. Mit dem Alter werden die Infekte seltener. Entscheidend ist nicht nur die Zahl, sondern auch die Schwere. Warnzeichen nach den deutschen Leitlinien:
8 oder mehr Mittelohrentzündungen pro Jahr;
2 oder mehr schwere Nasennebenhöhlenentzündungen oder 2 oder mehr Lungenentzündungen pro Jahr;
Antibiotika über mehr als 2 Monate ohne deutlichen Effekt oder Notwendigkeit intravenöser Antibiotika;
Gedeihstörung – schlechte Gewichts- und Längenzunahme;
wiederkehrende tiefe Abszesse der Haut oder Organe;
anhaltender Soor im Mund oder auf der Haut nach dem 1. Lebensjahr;
2 oder mehr schwere Infektionen (Meningitis, Sepsis, Osteomyelitis);
Blutbild mit Differenzialblutbild, klinische Chemie, Ferritin, Vitamin D;
Urinuntersuchung;
HNO-Beratung – Untersuchung des Nasenrachens, bei Bedarf Endoskopie;
Ultraschall bei Bedarf.
Tag 2 – Immunologie und Allergologie
Beratung durch einen Kinderimmunologen;
Immunglobuline IgG, IgA, IgM, IgE;
Impfantikörper (z. B. gegen Tetanus und Pneumokokken) – sie zeigen, wie das Immunsystem auf Impfungen reagiert;
Lymphozyten-Subpopulationen bei Bedarf;
Allergietests oder spezifisches IgE.
Tag 3 – Abschluss
Fallbesprechung der Fachärzte;
Abschlussgespräch mit den Eltern;
schriftlicher Bericht und Behandlungsplan.
Wie wird das Immunsystem eines Kindes untersucht?
Das Immunsystem eines Kindes wird stufenweise untersucht: zuerst Blutbild mit Differenzialblutbild und die Immunglobuline IgG, IgA und IgM, dann die Impfantwort und bei Verdacht auf einen Immundefekt erweiterte Tests:
Immunglobuline – IgA (Schleimhautschutz), IgG (Hauptschutz), IgM (Erstantwort), IgE (Allergie);
Impfantikörper – Fähigkeit des Immunsystems, Schutz aufzubauen;
Lymphozyten – Zahl und Funktion der T-, B- und NK-Zellen (bei Bedarf);
Komplement – Eiweiße, die Bakterien zerstören (bei Bedarf);
Phagozytenfunktion – bei wiederkehrenden Abszessen.
Bei Verdacht auf einen primären Immundefekt erfolgt eine genetische Untersuchung. Tests auf einen „Interferonstatus“ werden in der deutschen Kinderheilkunde nicht eingesetzt, da ihr diagnostischer Nutzen nicht belegt ist.
Allergiediagnostik
Allergien sind eine häufige Ursache für „verschleppte Erkältungen“ bei Kindern:
Lungenfunktion – bei Asthmaverdacht, meist ab 5–6 Jahren.
Am häufigsten sind bei Kindern Allergien gegen Hausstaubmilben, Pollen, Tierhaare und Nahrungsmittel.
Auf welche Infektionen wird getestet?
Infektionstests werden nach Beschwerden veranlasst, nicht „vorsorglich“. Viren der Herpesgruppe – Epstein-Barr-Virus, Zytomegalievirus, humane Herpesviren 6 und 7 – tragen die meisten Menschen in sich; eine Trägerschaft bedeutet nicht, dass sie „das Immunsystem schwächen“.
Mykoplasmen, Chlamydophila – bei anhaltendem Husten und Lungenentzündung;
Akute EBV-Infektion – bei Verdacht auf Pfeiffersches Drüsenfieber;
Lamblien und Würmer – bei Bauchschmerzen, Stuhlproblemen oder schlechter Gewichtszunahme;
Nasenrachenabstrich – bei wiederkehrenden eitrigen Infekten.
Vorteile der Diagnostik in Deutschland
Kinderfachärzte – Kinderärzte, Kinderimmunologen, HNO-Ärzte und Allergologen;
Moderne Labore – genaue und schnelle Ergebnisse;
Kindgerecht – freundliche Atmosphäre und Spielbereiche;
Alle Fachärzte in einer Klinik;
Individueller Plan für Behandlung und Vorbeugung für jedes Kind.
Was kostet die Untersuchung eines Kindes in Deutschland?
Die Diagnostik bei einem oft kranken Kind kostet für Selbstzahler in Deutschland ab 200 € für die kinderärztliche Beratung; ein umfassendes dreitägiges Programm kostet ab 2.500 €. Der Endbetrag hängt von den Untersuchungen ab, die der Arzt veranlasst.